… du hast die neue Amtstzeit wirklich verdient.
Archiv für Mai, 2009
Der Regenbogen e.V. und die Aids-Aufmerksamkeits-Industrie
Wer kann mir das erklären? der Jan Schwerter vom Regenbogen e.V. führt einen Kampf darum, das Thema Aids in die Öffentlichkeit zu bringen. Er macht eigene Werbe-Kampagnen mit illustren B-Promis, veranstaltet einen eigenen Weltaidstag und vieles mehr.
Seltsam ist, dass ihn überhaupt nicht zu stören scheint, dass die Deutsche Adishilfe (DAH), die Deutsche Aidsstiftung (DAS), die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Bundesgesundheitsministerium eine Menge exzellenter Sachen machen.
Absurd: DAS, DAH und BZgA sind die offiziellen Veranstalter des jährlichen Weltaidstages. Und der Regenbogen e.V. schreibt auf seine eigene Welt-Aidstags-Seite frech „Das Original“. Die Seite kopiert übrigens ca. 90% der Funktionen, die die offiziellen Veranstalter vorgelegt haben.
Kann mir bitte einer erklären, was das alles soll? Sind das Aufmerksamkeitstäter, die sich gewissenlos daran bedienen, dass Medien beim Thema Aids gerne „genommen“ wird? Meist ohne jede kritische Rückfrage, wer denn eigentlich der Träger all dieser Kampagnen ist.
Im Gegensatz zu den Aidshilfen, die überwiend konkrete Beratungs- und Hilfsangebote haben scheint der Regenbogen e.V. nichts anderes zu machen als Webseiten und TV-Spots zu produzieren und dafür Spenden zu sammeln und Merchandising zu verkaufen. Das Regenbogen-Kampagnenimperium ist groß – sehr groß für einen vorgeblich kleinen privaten Verein aus Saarbrücken. Gefunden habe ich bislang:
- Das Stopaids- Vereinsportal
- Die Kampagnenplattform Vergiss Aids nicht
- Den Vergiss Aids nicht – Shop
- Ein erstes Weltaidstags-Portal (als „Original“ bezeichnet)
- Ein zweites (!) Weltaidstags Portal
- Einen Aids-Shop
- Die Video Plattform Clips gegen Aids
- Den Ego Shop
Das alles scheint mir ein bisschen sehr viel Online-Shop gemischt mit eifrigen Spendenaufrufen auf jeder Seite. Der Verein ist angeblich gemeinnützig. Aber spätestens beim Ego-Store, wo es Drogerieartikel und Süßwaren gibt, dürfte der Regenbogen e.V. arge Probleme mit der Gemeinnützigkeit bekommen.
Spannend wäre es zu wissen, wieviele Mitglieder der Regenbogen e.V. tatsächlich hat. Wer steht tatsächlich hinter all dem Wirbel? In den offiziellen Anfragen, mit denen der Verein um kostenlose Unterstützung von PR-Agenturen sucht, findet sich immer nur der Vorsitzende „Jan Schwerter“. Aber der kann all die Shops – geschweige denn die ganzen Kampagnen – alleine wohl kaum bedienen.
Auf den Über-Uns-Seiten steht ganz oben in fett: „Durch die Kampagne VERGISS AIDS NICHT ist Regenbogen e.V. im Jahre 2008 bundesweit bekannt geworden.“ Es ist dem Verein offensichtlich sehr wichtig bekannt zu sein. Ist das das eigentliche Vereinsziel? Wie hat der Verein so schön in ein Blog gepostet „And the Winner is … Regenbogen e.V.“. Ach ja und die Kampagne im letzten Jahr hiess (Gruß an Freud?) „Wir sind ego!“.
Vor Jahren gab es das unschöne Wort der „Holocaust Industrie“. Offensichtlich hat der Regenbogen e.V. die „Aids Industrie“ erfunden und ich habe den dringenden Verdacht, dass mit all dem Aids-Getue vor allem Jobs (bzw. Shops) und große Egos gefördert werden.
Ich wünsche mir sehr einen Journalisten, der sich mal dahinterklemmt, um herauszufinden was die da treiben.